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Zeichen der Leidenschaft

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DeepDesire hat sich auf die Fahne geschrieben eine Seite von Usern für User zu sein. Und genau das wollen wir heute auch umsetzen, denn jetzt seid ihr gefragt. Wir wollen ein wenig mehr über euch wissen. Nein, keine Sorge, eine Kopie des Personalausweises braucht ihr uns nicht zu schicken. 🙂

Uns geht es heute darum zu erfahren, wie ihr mit eurer Neigung im Bezug zu eurer Umwelt, zu Familie und Freunden umgeht. Seid ihr offen und zeigt es, indem ihr zum Beispiel bestimmten Schmuck tragt? Oder weiß es in eurem Umkreis sonst niemand? Darf es vielleicht sogar niemand wissen?

Es gibt diese Symbole, Kennzeichen oder Markierungen in den vielfältigsten Ausführungen. Ob Schmuck, bestimmte Accessoires, Tattoos oder ähnliches ist dabei völlig egal. Heute zählt alleine, dass der Träger sich somit zu einer bestimmten Gruppe oder Neigung mehr oder weniger öffentlich und aus freien Stücken bekennt, sich also ein klein wenig outet. Meist jedoch erkennen aber nur Eingeweihte die Symbolik.

Symbole der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen sind keine Erfindung der Moderne. Denken wir einfach nur an die Gang-Symbole, die sich deren Mitglieder aus Stolz nicht selten eintätowieren lassen. Im alten Rom war es normal seine Sklaven zu markieren, um den Besitz deutlich zu machen und eine mögliche Flucht zu unterbinden. In einigen Clubs bekommt man farbige Armbänder, um dem Gegenüber zu signalisieren, was man mag und wie man tickt.
Ihr seht, in allen Zeiten und durch alle gesellschaftliche Schichten hindurch ist dieses „Dazugehören und es auch zeigen“ bekannt, leider oftmals aber auch unfreiwillig und der Stigmatisierung dienlich. Doch das soll hier nicht das Thema sein.

Das bekannteste Symbol in der BDSM – Szene ist sicherlich das Halsband:

Man unterscheidet dabei zwei Arten: das Arbeitshalsband und das Ausgehhalsband. Man kann zwar beides miteinander verbinden, aber meist sind die Arbeitshalsbänder gröber und breiter und oftmals aus Leder. Da kann ein Tragen im Alltag schwierig werden. Daher entscheiden sich viele lieber für ein schmaleres, dezenteres Halsband aus Silber, Edelstahl oder anderen Materialen. Arbeitshalsbänder müssen außerdem einiges mehr aushalten können, oft sind Ösen daran befestigt oder man kann es mit einem Schloss verschließen. Wenn sie aus Metall gearbeitet sind, werden sie meist gepolstert, um Verletzungen und Abschürfungen zu vermeiden.
Auch in der Bedeutung gibt es Unterschiede. Einige tragen es als Symbol der Zugehörigkeit zur BDSM – Szene. Andere haben es von ihrem Dom geschenkt bekommen, der damit signalisiert, dass er seine Sub mit allen Eigenheiten und Fehlern schätzt und achtet, immer für sie eintreten und sie verteidigen wird. Eine Sub kann es sich aber auch selbst schenken und zeigt dem Dom somit, das sie versuchen will, ihn nicht zu enttäuschen und zufrieden zu stellen. Man bekennt sich also öffentlich zueinander, ob nun „nur“ als Spielpartner oder doch mehr.

Der Griff in das Halsband ist folglich eine wirksame Geste, die jede Sub eindeutig versteht. 😉

Ein weiteres, mittlerweile sehr beliebtes Schmuckstück ist der Ring der O:

Dieser Ring ist meist ein einfacher Bandring mit einer kleinen Kugel drauf und einer darin befestigten Öse. Seinen Ursprung hat er in der Romanverfilmung von Just Jaekins aus dem Jahr 1975. Die wiederum beruht auf dem Buch „Die Geschichte der O“ von Dominique Jury, die dies allerdings unter dem Pseudonym Pauline Reagé veröffentlichte. Die Protagonistin bekam diesen Ring am Ende ihrer Ausbildung. Allerdings war sein Aussehen im Vergleich zu heute ein wenig anders.

„… Der Mann hielt ihr nun eine kleine Holzkette mit lauter gleichen Ringen hin und bat sie, daraus einen Ring zu wählen, der an ihren linken Ringfinger passte. Es waren sonderbare Eisenringe, innen mit Gold gerandet; der breite, schwere Reif, ähnlich der Fassung eines Siegelrings, aber hochgewölbt, trug in Nielloarbeit ein goldenes Rad mit drei Speichen, die spiralenförmig gebogen waren, wie beim Sonnenrad der Kelten. … „¹

Auch die Bedeutung hat sich (zum Glück) gewandelt. Im Buch verpflichtet sich die Trägerin sich jedem Mann zu unterwerfen, der das Symbol an ihrer Hand erkennt.

„… Grundsätzlich gibt der Ring, den sie tragen, mir, wie allen, die dieses Zeichen kennen, das Recht, über sie zu verfügen …“²

Heute ist es eher so, dass der Ring die Zugehörigkeit zur BDSM-Szene signalisiert. Der dominante Part trägt ihn an der linken Hand, der devote Part an der rechten. Switcher tragen den Ring gelegentlich an einer Kette um den Hals. Aber auch dies ist nicht überall so üblich und beansprucht keineswegs Allgemeingültigkeit. Zumal sich dies ebenfalls vom Buch unterscheidet: die Protagonistin trug den Ring an der linken Hand.
So, wie wir ihn heute kennen, hat er sich seit den 80er Jahren in großen Teile Europas durchgesetzt, seit den 90er Jahren findet man das Design sogar außerhalb der Szene.

Als letzten Punkt seien noch Tattoos, Piercing, Cutting und Branding genannt.

Ob es nun die Initialen des Herrn/der Herrin sind, ein bestimmtes Symbol, welches Top und Bottom verbindet oder aber ein eindeutiges Zeichen, welches die Person zur BDSM-Szene zugehörig kennzeichnet, ist dabei völlig egal. Wichtig ist, dass es eine Bedeutung für den Träger hat und dieser es nicht als „Strafe“ ansieht oder schlimmstenfalls gezwungen wurde. Ein Piercing hat natürlich den Vorteil, dass es jederzeit entfernt werden kann, Tattoos und Co. hat man für gewöhnlich ein Leben lang.
Dass alle Varianten stets von Fachleuten ausgeführt werden sollten, versteht sich von selbst.

Und nun seid ihr an der Reihe! Kommentiert unter dem Artikel, gern auch mit Foto.

Würdet ihr euch auf Wunsch eures Herr/eurer Herrin ein Tattoo, Branding, Piercing oder Cutting machen lassen?
Oder habt ihr es bereits getan?
An die Herrn/Herrinnen: Würdet ihr es von einer Sub verlangen?

Tragt ihr ein Halsband/ einen Ring oder dergleichen?
Habt ihr es euch selbst geschenkt oder wurde es euch „verliehen“?

Wenn ja, wurdet ihr bereits darauf angesprochen? Wie geht ihr dann damit um?

¹‚² Pauline Regard, „Geschichte der O“ (Original: „Histoire d´O“), 1954

1 Comment

  1. Claudia
    November 22, 2016 at 3:16 pm — Antworten

    Ich trage eine Halskette mit einer Triskele die ich besorgt habe als Zeichen der Verbundenheit mit meinem Herrn. Er hat mir die Kette angelegt, und seit diesem Zeitpunkt habe ich sie nicht mehr abgelegt.

    Außerdem trage ich noch ein abschliesbares Armband.

    Angesprochen wurde ich noch nie auf die Schmuckstücke.

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