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Wahrheit über einen Dom

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Heute möchte ich Euch als Sub einmal in einer ganz persönlichen Herzenssache schreiben. Immer wieder werde ich in meinem privaten Umfeld und den Medien mit dem Thema „BDSM“ konfrontiert. Leider noch immer ein Thema, was sehr negativ behaftet ist und ich frage mich, wieso das so ist?

Suggeriert uns doch die mediale Welt immer wieder aufs Neue, dass BDSM brutal, egoistisch, schrecklich und grausam sei. Es wird auch oft einfach mit SM verwechselt, was bewirkt, dass die Gesellschaft diesen Aussagen mehrfach Glauben schenkt. Warum? Weil die Gesellschaft sich nie wirklich mit dem Thema auseinandersetzt. Sei es, weil sie es nicht verstehen können oder es auch nicht wirklich wollen. Finde ich es doch sehr schade, das die Akzeptanz noch so niedrig gehalten wird. Akzeptanz ist das eine Thema, jedoch sollte man es wenigstens respektieren können, wenn ein Mensch für sich diesen freien Weg gewählt hat.

Es ist falsch zu glauben, das BDSM all dies Negative verkörpert. BDSM verkörpert für mich Individualität und 2 Persönlichkeiten, die zu einer verschmelzen. Zwei meiner Freunde sind Dom’s. Sie sind im Alltag herzlich, aufrichtig, ehrlich und immer da, wenn man sie braucht. Kurzum: sie haben ihr Herz mehr als nur am rechten Fleck und sind ganz normale Menschen in allen Bereichen des Lebens. Wenn sie so unabhängig voneinander mit mir reden, stelle ich immer wieder fest, das beide oftmals mit denselben Problemen zu kämpfen haben. Sie lernen eine Frau kennen und stellen fest, dass es charakterlich passen könnte. Doch sobald man eine gewisse Zeit später auf das Thema Fantasien und Bedürfnisse in Sachen Sexualität kommt, gibt es dann in der Regel, sobald das Wort „BDSM“ fällt, den Bruch auf beiden Seiten. Bei dem einen Freund winkten die Frauen vorsichtig und entsetzt ab und sagten nur zögerlich „Ok, das ist nicht mein Ding“. Ab da gab es kein weiteres Interesse mehr an einer Kommunikation. Der andere Freund wurde von einer Frau beleidigt mit der Aussage „Wie kannst du als lieber und netter Mann nur so pervers und brutal sein?“

Warum haben sich diese Frauen nicht erklären lassen, was das alles wirklich bedeutet?

Eine D/s Beziehung besteht in erster Linie aus gegenseitiger Kommunikation, Vertrauen, Ehrlichkeit, Akzeptanz, Respekt, Achtung, Hingabe und Leidenschaft. Ein richtiger Dom, der sich seiner kompletten Verantwortung bewusst ist, ist in seinen Handlungen alles andere als pervers, egoistisch, brutal oder grausam. Er sorgt sich intensiv um seine Sub, schaut, dass es ihr gut geht, es ihr an nichts fehlt und er würde sie nie so behandeln, das Demut und Schmerz ihr alltägliches persönliches Ich außerhalb des BDSM verletzen.

Mein Dom und ich, als seine Sub, redeten von Anfang an sehr viel miteinander, was sehr wichtig ist. Wichtig, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen, um Vertrauen aufzubauen, was beide Seiten für Wünsche, Fantasien und Träume haben. Ja, BDSM besteht aus Dominanz, Stärke, Schmerz, Fesseln, Bestrafung, Verzicht, Demut und Unterwerfung. Doch gilt es zu klären, wo die Soft – und Hard – Limits des jeweils anderen liegen. Er würde aus Respekt, Akzeptanz und Achtung mir gegenüber nie meine Hard – Limits überschreiten, denn das würde das Vertrauen stark beeinträchtigen oder vielleicht sogar komplett zerstören. Was meine Soft – Limits angeht, zeigt er mir als seine Sub auf, wo meine Stärken sind. Er bringt mich völlig freiwillig aus der Lust, der Hingabe, der Leidenschaft und der Sehnsucht ihm gegenüber dazu, diese Grenzen bis zu einem mir gewählten Punkt zu überschreiten und nicht, weil ich es von ihm aus muss.

Ja, ich bin eine Sub, eine Sub mit Stolz, Herz, Seele, Selbstbewusstsein und auch mit Verstand, was viele Mitmenschen nicht verstehen. Ich fühle mich einfach frei, wenn ich für einen Moment während einer Session meine ganze Verantwortung, die ich sonst im Alltag mit mir trage, abstreifen und mich ganz in die Arme meines Dom begeben kann. Meine Seele und mein Körper gehören in diesem Moment mit all der fürsorglich übernommenen Verantwortung, die er in sich trägt, nur ihm ganz allein.
Ich nehme freiwillig, voller Hingabe und Unterwerfung meine Bestrafung hinsichtlich Schmerz, Verzicht und Demut an, wenn ich meinen Dom nicht zufrieden gestellt habe. Ich spüre das Leben in mir, wenn er mich in meiner Bewegung einschränkt und ich die Peitsche auf meinem Körper spüre, weil ich nicht hörig war. Seine Hand, die mich bestimmend aber immer sicher führt; sein Blick, der tief in mich eindringt und in dem ich mich ganz und gar verliere. Völlig ohne Gedanken im freien Fall auf die unerwartete Bestrafung oder Belohnung.
Ich bin unendlich stolz, wenn ich die Aufgaben, die mein Dom von mir erwartet, erfüllen kann und ich danach das Glitzern in seinen Augen sehe. Es macht mich glücklich, wenn ich mich am Ende einer Session in seine Arme fallen lassen kann, die mich fortwährend immer wieder behüten und sicher auffangen.

Alles was geschieht, passiert freiwillig und unter gemeinsamer Absprache. Bin es doch ich als Sub,die die Grenzen festlegt, wie weit mein Dom mit mir gehen darf und über welche Grenzen ich gewillt bin noch ein Stück hinauszugehen, um seine Lust und Gier zu befriedigen. Er sieht dies alles nicht, wie so viele es denken und glauben, als Selbstverständlichkeit an, sondern als ein persönliches Geschenk von mir an ihn, das er voller Aufrichtigkeit annimmt und zu schätzen weiß. Seine Belohnung an mich ist die Zärtlichkeit, Geborgenheit und die des Feingefühls in jeglicher Art und Weise, die er mir fortwährend in und nach einer Session zuteil werden lässt, voller Erfüllung und Dankbarkeit, wenn ich ihn zufrieden gestellt habe. All das und vieles mehr ist es, was für mich BDSM symbolisiert und reflektiert.

Mein Dom ist es, der mir das Gefühl von Leben und Freiheit schenkt. Durch ihn kann ich ganz ich sein, meinem Verlangen und meinen Sehnsüchten vollkommen erliegen. Immer weiter wachsend an mir selbst und mit neuer Kraft gestärkt hervor gehen.

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