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Der Weg zu meinem Herrn

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Nachdem ich mit meinem besten Freund meine 1. richtigen BDSM Sessions hatte, gingen wir wieder in reine Freundschaft über, da er zu dieser Zeit seine Freundin kennenlernte. Zuerst ließ ich danach keine weiteren Männer mehr an mich ran für ein paar Monate, wollte ich ja eigentlich meinen besten Freund schon durch meine voran gegangene Trennung nur freundschaftlich kennenlernen.
Eine Zeit später kamen aber wieder all diese Bedürfnisse und Sehnsüchte in mir hoch, die er in mir erweckt hatte. Ich wollte meine neu entdeckte Leidenschaft und Neigung wieder ausleben, denn es fing an mir was zu fehlen, ich wurde unruhiger, fühlte mich irgendwie leer und unausgeglichen. Ist es doch recht seltsam, das man eine Seite, die man zuvor nie an sich selbst kannte, so sehr vermissen kann, weil man nie wahr genommen hat oder erst gar nicht wusste, dass man diese Neigung im tiefsten Inneren in sich trägt.

So meldete ich mich auf einer Seite an und begab mich ganz in Ruhe, mit Bedacht und ohne Eile auf die Suche. Hatte ich ja meine genauen Vorstellungen wie er und die D/s Beziehung sein sollten. Nun kamen also meine Charakterzüge zum Einsatz die ich dafür brauchte: meine Stärke, mein Selbstbewusstsein und das ich sage was ich denke und dies auch für mich umzusetzen wusste.
Ich wusste, dass ich an erste Stelle immensen Wert auf eine starke, ehrliche und aufrichtige Freundschaft legte. Wo Vertrauen und Respekt ganz oben steht. Wo es nicht nur um die D/s Beziehung geht, sondern wo man sich auch als sehr gute Freunde schätzt, sich lieb gewinnt und sich auch so mal zwischendurch einfach meldet oder sieht. Ohne dieses wusste ich, könnte ich mit einem Mann kein intimes Verhältnis anfangen und erst recht keine BDSM Sessions. Nach ein paar holprigen und nahezu sinnlosen Treffen über längere Zeit, kamen in mir langsam Zweifel hoch ob ich überhaupt jemanden passendes für mich finden würde. Entweder waren es ein paar möchte gern Doms, die wirklich absolut keine Ahnung hatten oder welche die es einfach anders ausleben wollten als ich.

Während dieser Zweifel sah ich, dass jemand auf meiner Seite war, dessen Profiltext samt Beschreibung zu schön war um wahr zu sein und 1:1 zu meinen Suchkriterien passen würde. „Genau er wäre auf den ersten Eindruck absolut mein Fall“, dachte ich mir, aber da war eine Sache, die mich störte. Vor lauter Frust in dieser Zeit niemanden gefunden zu haben, schrieb ich ihn Mittags mit folgenden Worten, wie ich nun mal bin, doch etwas vor witzig an.

„Hallo! Ich sah gerade, dass du auf meinem Profil gewesen bist. Dein Profiltext und das du bei mir um die Ecke wohnst spricht mich ja sehr an aber warum müssen solche Männer wie du meistens dieses Problem haben? Hach, zu schade aber auch. Liebe Grüße“.
Nichts hoffend folgte seine Antwort abends prompt. Er schrieb mir, dass er in meinem Profiltext gelesen hätte, was für mich gar nicht in Frage käme und er mich daher gar nicht erst versucht hätte anzuschreiben.

Wir redeten am Anfang viel über die Sache die mich störte, da ich es nicht verstehen konnte aber doch irgendwie wissen wollte wieso dies bei ihm so ist. Durch diese doch tiefgründige Unterhaltung konnte ich ihn dann besser verstehen und machte mir so meine Gedanken dazu. Ab diesem Zeitpunkt schrieben wir dann täglich längere Zeit und es wurde schnell privater und auch vertrauter. Er machte mich allein nur schon durch unsere Gespräche wahnsinnig neugierig, da wir immer mehr feststellten, das wir charakterlich und vom Gedanken fast gleich waren.
Was das BDSM angeht waren wir auch auf derselben Höhe und merkten auch dort, dass es total passen würde. Doch auch dort musste ich mir in einer Sache klar werden.

War er zwar jemand, der sehr starkes Interesse am BDSM besaß und dies auch in sich trug, es jedoch bis dahin noch nie ausgelebt hatte. Wieder stiegen eine Menge Fragen in mir hoch. Bin ich die richtige für ihn als Sub in diesem Moment? Kann ich ihm als Sub all dies näher bringen? Bin ich stark genug in meiner Geduld abzuwarten bis er an seine Grenzen kommt? Und wo werden vor allem seine Grenzen sein? Grenzen die er, wie ich damals auch noch nicht zu beantworten wusste. Darf schlussendlich ja auch ein Dom seine Soft- und Hard- Limits haben.

Eins, zwei Wochen später fragte er mich dann nach einem neutralen Treffen und betonte auch extra, dass es erst mal ohne jeglichen Hintergedanken wäre, was eine Affäre anginge. Sich einfach mal persönlich kennenlernen, sich ein Bild von dem jeweils anderen machen können, doch lag ihm sehr stark daran, dass ich mir durch dieses Treffen klar werden konnte, ob ich dies alles unter den gegebenen Umständen so können und auch wollen würde. Ich stimmte also einem Treffen zu und ein paar Tage später ging ich mit gemischten Gefühlen zu unserem ausgemachten Treffpunkt. An diesem Tag regnete es was heftiger und er war schon ein wenig eher da als ich. Ich ging den steilen Weg zum Park hinunter von wo ich ihn schon unten stehen sah.

Unten angekommen, stand er dort mit dem Rücken zu mir. In seinem schwarzen Mantel, einem schicken Anzug wegen der Arbeit und seinem schwarzen Regenschirm drehte er sich zu mir um als er mich bemerkte. Ich schluckte etwas schwer, hatte ich doch nur meine zerrissene enge Jeans, meine kurze enge Lieblingsjacke, ein ordentliches T- shirt darunter und meine schwarzen Sneakers Schuhe an. Ich ging weiter auf ihn zu und als er vor mir stand kreisten meine Gedanken. Wow, diese Augen, sein herzliches Lächeln und seine warmherzige Art.

Zog mich das alles doch sofort in seinen Bann. In seinem Anzug sah er so verdammt sexy aus, sein Parfüm duftete so verführerisch gut an ihm und strahlte er doch trotz seiner ganz lieben Blicke mir gegenüber eine Dominanz und Stärke aus, die sehr stark auf mich wirkte.
Trug er diese Seite ja wissentlich über ihn charakterlich, durch seinen Beruf schon in sich. In diesem Moment wäre ich schon zu gern dahin geschmolzen ohne wenn und aber.

Seine komplette Ausstrahlung war so herzlich, warm, wahnsinnig intensiv und ging durch und durch. Wenn er mich länger anschaute, musste ich weg schauen, was ich doch aber eigentlich gar nicht wollte aber seine Blicke machten mich wahnsinnig nervös.
Der Respekt, das Gefühl mich ihm unterwerfen zu wollen sofort spürbar. Er war wirklich so, wie er sich die Zeit zuvor via schreiben immer beschrieben hatte.

Dieses Vertraute, es war ab der ersten Sekunde wieder da, der Respekt und die Akzeptanz mir gegenüber, seine Ehrlichkeit, seine unendlich liebe Art und dieses unbeschreibliche Glitzern in seinen Augen. War all dies während unserer Unterhaltung stark von ihm ausgehend zu spüren und nicht eine Sekunde seinerseits gespielt. Meine Neugier, die ich bis dahin schon hatte, sie wurde noch extremer als zuvor und ich wollte mehr über ihn erfahren. Abends nach unserem Treffen, fragte er dann doch ein wenig vorsichtig an ob ich mir zwischen uns was vorstellen könne. Er habe sofort gespürt, dass er sehr großes Interesse an mir habe und dies mit mir wirklich ausleben möchte, da einfach alles perfekt passte.
Froh und glücklich über seine Worte, das er genauso fühlt und denkt wie ich, konnte ich nichts anderes mehr als ihm ein sofortiges „ja“ zu entgegnen.

War es mir ja schon bei unserem Treffen bewusst geworden, dass sein Problem auf einmal keins mehr für mich darstellte und ich nur ihm hörig sein wollte. Ich als Sub, die Stärke besitzen würde, ihn langsam in die Welt, in „MEINE“ Welt des BDSM einzuführen. Ihn mit der Geduld und der Zeit, die er dazu benötigt heran zu führen. Seine Neugierde, die er wie ich von Anfang an besaß stillen zu wollen und ihn immer tiefer und auch immer weiter in meine Welt zu entführen, bis auch er gänzlich dieser Leidenschaft und Neigung erliegt, weil er es will und das immer mehr.

Ist es für mich als Sub ja ebenfalls eine ganz neue Erfahrung die ich machen werde.
War es doch ich, die bis dahin immer geführt und an ihre Grenzen gebracht wurde und nicht die, die führen muss.
Ich war sehr gespannt über das, was wir alles erleben werden, welche Neigungen er in sich entdecken wird und wo uns dies alles gemeinsam hinführen wird.

Die Reise in das uns völlig Unbekannte konnte also beginnen und wir waren beide mehr als bereit, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

2 Comments

  1. Moonshine
    November 18, 2015 at 8:32 pm — Antworten

    Sehr schön geschrieben. Das hat Gefühle erweckt. Ganz toll.

  2. November 18, 2015 at 10:19 pm — Antworten

    Ich danke dir ganz lieb Moonshine.

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