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Mein erstes Mal als Sub

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Nach den Gesprächen und meinen ganzen Gedankengängen wie ich als Sub für mich BDSM ausleben will, besuchte ich meinen besten Freund durch den ich merkte, was tief in mir verborgen ist erneut. Wir hatten uns zu einem DVD Abend verabredet und es herrschte eine gesunde Mischung aus amüsanten Themen bis hin zu ernsthaften und alltäglichen Gesprächen.

Irgendwann war die Stimmung am späteren Abend so ausgelassen, dass wir anfingen uns gegenseitig zu ärgern. Eine Weile ließ er sich dies auch gefallen von mir, drohte aber immer wieder frech lächelnd, dass ich es doch besser sein lassen sollte. Komisch war, dass obwohl ich wusste was mich erwarten wird, wenn ich weiter mache würde, es nicht unterlassen konnte ihn weiter zu provozieren. War meine innere Stimme irgendwie nicht stark genug es zu unterbinden und auch das Wissen, dass wir beste Freunde sind, machte es nicht wirklich besser in diesem Moment.

Die Neugier war einfach zu groß und zu extrem vorhanden. Ehe ich mich während meiner weiteren Provokationen ihm gegenüber versah zog er mich ohne weitere Vorwarnung an meinem Pferdeschwanz, den ich an diesem Tag zufällig trug ruckartig mit einer Hand nach hinten und die andere Hand nahm mir leicht meinen sofort ruhiger werdenden Atem. Seine Stimme war dominanter und strenger als zuvor aber immer noch genauso vertraut. So saß ich halb liegend abgestützt neben ihm auf der Couch und er schaute mich mit einem durchdringenden Blick an und fragte mich „Du forderst das gerade nicht wirklich ein oder?“

Wow, da waren sie. Meine Gedanken und Gefühle, die schlagartig Achterbahn wie nie zuvor fuhren. Ich kannte dieses Gefühl doch bis dahin nicht einmal annähernd außer, dass es mich seit der ganzen Gespräche reizte. Mein vorher provozierendes Lachen versiegte darauf sehr schnell und ich verspürte ihm gegenüber auf einmal ein Gefühl von Demut, weil ich ihm vorher nicht hörig war. Mir wurde innerlich verdammt warm und ich merkte wie es mich immer mehr erregte, dass er so zu mir war.
Er ließ mit seinen Händen wieder von mir ab mit den Worten „Lass es besser, denn wenn ich in meine Welt abtauche, tue ich das richtig und denke dann nicht mehr groß nach“. Wohl wissend, durch unsere Gespräche die Tage zuvor, dass ich ja gerade ganz am Anfang stehe und er Angst hatte, er könnte mir weh tun und ich wusste, dass er bis Dato nur erfahrene Subs hatte. Er wusste ja nicht, dass ich mir an den Tagen dazwischen, wo wir uns nicht gesehen hatten, so meine Gedanken gemacht habe, wo meine Soft und, vor allem aber meine Hard Limits, liegen.

Ich schaute ihn an und antwortete ihm in einem ruhigen Ton, dass ich nicht glaube, dass er sich komplett vergisst und in seine Welt abtaucht ohne auf mich zu achten, weil dafür einfach zu viel Respekt, Vertrautheit und Achtung zwischen uns besteht. Sollte ich etwa in dem Moment mehr Vertrauen zu ihm als er zu sich selber haben?
Mit diesen Worten sollte ich dann auch Recht behalten.
Er führte mich nach weiteren Provokationen langsam und mit Bedacht in die Welt des BDSM ein und ich vertraute ihm komplett und ohne jeglichen Zweifel.

Er ließ mich seine Führung, Härte und Dominanz bedingt nach seinem Ermessen mir gegenüber spüren. Ich fühlte direkt, das ich die diejenige von uns zweien war, die mehr forderte. Mehr forderte was Fesseln, Demut, Schmerz, und Unterwerfung angeht. Er ließ mich, in mir wichtigen Situationen, wo ich Bedenken hatte und die er vorher anvertraut kannte, nicht allein. Er ließ mich über Grenzen gehen, Grenzen wo ich dachte das schaffe ich nicht. Doch aus der ganzen Atmosphäre heraus, der Lust und der Hingabe, habe ich diese Grenzen für mich selbst aber mit ihm gemeinsam überschritten.
Seine Bedenken, die er mit den Worten „Ich habe Angst dich kaputt zu machen und das ist mir unsere Freundschaft nicht wert“ äußerte, waren zu keiner Sekunde mir gegenüber gerechtfertigt.

Während ich das erste Mal in die Welt des BDSM mit ihm gemeinsam abtauchte, fühlte ich mich während der Session trotz der Handschellen und dem Halsband zu keinem Moment eingesperrt, wenn er mich mit seiner Dominanz führte, fühlte ich mich zu jeder Zeit sicher und geborgen und wenn er mich seine Härte und Demütigungen spüren ließ, empfand ich Lustschmerz und fühlte mich niemals in meiner Persönlichkeit und meinem Stolz außerhalb als seine beste Freundin oder generell in meinem privaten Leben angegriffen.
Ich fühlte mich in dieser ersten Session frei, gedankenlos, konnte mich bedingungslos fallen lassen und Verantwortung abgeben. Ließ alle Emotionen, Gedanken und Gefühle auf mich wirken und konnte sie im freien Fall genießen.

Er schaffte es, dass ich aus meiner ersten Session mit einem immens großen Gefühl von Freiheit und Leben heraus ging, weil ich mich wieder spürte, mich fühlte und meine vorher immer gedachten Schwächen zu Stärken abwandeln konnte. Ich spürte mein neues „Ich“,

dass ich nie wieder missen möchte, wo ich endlich angekommen bin und mich auch in meinem Alltag begleitend zu der Persönlichkeit machte, die ich heute bin.

Ich danke ihm sehr dafür, dass er es damals war, der mir diesen Weg aufzeigte.
Der mich hat sehen lassen, wer und wie ich wirklich bin und mich für ein paar Sessions in die tiefe Welt des BDSM, die durch ihn nun auch zu meiner wurde ran geführt hat und das durch seine ganze Art von Vertrautheit, Respekt und Achtung. Wertschätzungen, die ich heute immer noch als sehr gute Freundin an seiner Seite erhalte und genießen darf, da dies alles der Freundschaft kein Ende gesetzt hat.

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