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Masochismus

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Masochismus
„Als Masochismus bezeichnet man, wenn ein Mensch (oftmals sexuelle) Lust oder Befriedigung dadurch erlebt, dass ihm Schmerz zugefügt oder er gedemütigt wird.“ (Wikipedia)

Was heißt das nun in Bezug auf BDSM?
Ein Masochist braucht einen Sadisten, um seine Lust zu befriedigen. Er braucht den Schmerz. Es gibt so viele Schattierungen des Schmerzes. Manche Menschen brauchen einen extremen Schmerz um ihren Kopf zu leeren und bei Anderen genügt schon der Klapps auf den Po. Auch ist es so, dass Masochisten nicht zwingend devot sind. Es gibt sogar Sadisten, die hin und wieder den Schmerz genießen.
Da ich masochistisch bin, kann ich hier sagen, ich genieße den Schmerz. Er öffnet meinen Geist. Ich werde wie berauscht, wenn das Adrenalin durch meine Adern jagt. Ich fühle mich dann so offen und verletzlich. Der ganze Schmerz des Alltags wird unwichtig, durch meine Tränen kann ich ihn loslassen. Ich fühle mich frei und beschwingt.
Ich finde egal ob Sadisten oder Masochisten, wir brauchen einander und gehen eine, wenn es passt, perfekte Symbiose ein. Wir sind wie“ Adrenalinjunkies“, nur dass wir nicht mit einem Bangeeseil von einer Brücke springen, sondern unsere Lust aus dem Schmerz ziehen.
Auch der Masochist muss sich akzeptieren lernen. Er muss lernen, dass es völlig in Ordnung ist, sich jemandem so hinzugeben und so dermaßen zu vertrauen, dass der andere mir Schmerzen zufügen darf. Es kann sehr lange dauern, bis man sich akzeptiert und das Bild eines psychich kranken Menschen aus seinem Kopf verbannt. Man ist nicht gleich krank, nur weil man es liebt Schmerz zu erleiden oder sich demütigen zu lassen. Für manche ist es wie eine Art Therapie, doch für die Meisten ist es einfach eine Art sich selbst zu fühlen, den Körper anders wahr zu nehmen, es ist die Stärke und der Stolz, die einen durchströmen, wenn man alles überstanden hat. Es sind so viele Emotionen, die ein Masochist verarbeiten muss. Aus diesem Grund brauchen sehr viele, nach einer Session eben auch die Zärtlichkeit, das Gehalten werden, vielleicht auch die Tränen, die fließen können, ohne das man sich zurückhalten muss.
Ein Masochist muss genauso seinen Kopf in den Griff bekommen, wie ein Sadist. Beide müssen akzeptieren, dass diese Neigung zu ihnen gehört, dann können sie sich ausleben und erleben.
In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Abend und nein ich bin kein Psychologe. Ich kann nur schreiben, was ich sehe, höre und erlebe.
Eure
Paddy

1 Comment

  1. Dennis
    Juni 10, 2017 at 12:11 pm — Antworten

    Dankeschön für diesen Text.

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