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Kann man mit 40+ noch ernsthaft zum BDSM finden?

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Es geistert ja der ein oder andere BDSM Guru durch FB. Sie meinen alles besser zu wissen.
Nunja soll jeder machen wie er will.
Es ist immer wieder davon die Rede von einfach Kinky oder nur harten Sex.
Außerdem kann man mit 40 oder älter niemals zum richtigen SM kommen. Da geht es nur um Kinkysex.
Ich finde sowas ja sehr arrogant zu behaupten, dass nur junge Leute gute SMler werden. Meine Erfahrung ist eine andere.
Früher war es nicht so einfach wie heute, seine Empfindungen und Wünsche zu benennen. Man wusste vielleicht, dass man auf härteren Sex stand und dass man gerne einen starken Partner an der Seite hätte, doch dass das der Wunsch nach BDSM ist, war nicht immer klar und wenn, war es schlecht, denn BDSM war sehr negativ belastet. Es gab kein Internet und Facebook kannte noch niemand. Das haben die jungen Leute uns „Alten“ heute echt voraus.
Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen ist wesentlich einfacher als früher.
Warum also kann man sich nicht entdecken wenn man älter ist?
Ja ich geb zu, nicht jeder ist ernstzunehmen, aber das ist doch auch gar nicht wichtig. Der ganze Hype um 50 Shades of Grey hat aber auch dazu geführt, dass viele Menschen total verunsichert sind.
Auf der einen Seite macht es sie an, zu schlagen oder geschlagen zu werden, zumindest in der Fantasie, oder zu dominieren und sich zu unterwerfen.
Auf der anderen Seite hören sie die ganzen Emanzipationsrechtlerinnen, die schreien, dass BDSM frauenfeindlich ist. Keine Frau kann es wollen, misshandelt, gedemütigt oder dominiert zu werden. Frauen müssen stark sein und den Männern ebenbürtig.
Männer, die Sadisten sind, sind krank. Sie schlagen Frauen, dass ist nicht normal. Oder gar Frauen, die Männer dominieren, obwohl dass in deren Augen noch akzeptabler ist.
Doch was heißt Emanzipation? Es heisst, dass Menschen die Freiheit haben, sich dafür entscheiden zu können, wie sie leben möchten. Ergo sind doch BDSMler die emanzipiertesten Menschen, die es gibt, oder nicht? Sie leben ihr Leben so wie sie es wollen und nicht wie sie es müssen.
Und hier kommen dann die Menschen, die 40 oder älter sind. Sie haben sich ausprobiert und eine gewisse Lebenserfahrung um sagen zu können, dass BDSM ihr Weg ist. Für sie ist es nur in vielen Fällen schwieriger es umzusetzen, wie bei jungen Menschen. Sie sind oft in festen Bindungen, haben ev. Kinder und sind in ihrem Leben gefestigt.
Jetzt kommt der Wunsch einer Frau, sich zu unterwerfen und zu dienen, diesen Wunsch hegt sie vielleicht schon sehr lange, doch sie war immer der Meinung, dass es falsch ist, dies zu wollen, sagt die Gesellschaft doch etwas anderes. Nun findet sie aber im Internet plötzlich Dinge und weiss, dass ist genau das, was sie schon so lange will.
Oder der Mann, der die Nase voll hat, sich von seiner Frau alles sagen zu lassen. Er hat Fantasien, die sich nicht mit der Gesellschaft decken. Was jetzt? Er ist gesetzt, steht mit beiden Beinen im Leben, weiß was er will und verfügt über das nötige Selbstbewusstsein. Er setzt sich gegen seine Frau durch und ist plötzlich der Macho.
Was aber soll man tun. Im Internet bekommt man ja viel zu lesen, auch dass man dann ja kein richtiger Dom oder keine richtige Sub sein kann. Hmm ist das dann richtig? Ich sage nein.
In jedem Fall aber sollte man mit seinem Partner über seine Wünsche und Sehnsüchte reden, manchmal passiert es auch, dass beide neu zusammen finden. Doch auch wenn dem nicht so ist, halte ich Heimlichkeiten immer für schlecht. Doch es muss jeder selbst entscheiden, wie er damit umgeht.
Frauen und Männer, die erst später zu ihren Neigungen stehen und sie entdecken, sind mindestens, wenn nicht noch hingebungsvoller, als manche Jungen. Sie wissen was sie wollen, wenn sie sich für diesen Weg entschieden haben und wenn sie es vernünftig und ernsthaft betreiben, nehmen sie manchmal rasanter Fahrt auf, denn sie haben weniger Zeit zur Verfügung.
Was ich nicht gut finde, ist, wenn verunsicherte Menschen noch unsicherer gemacht werden. Sie wollen sich in der Welt des BDSM zurechtfinden und werden abgelehnt und in ihrer Stinowelt fühlen sie sich aber auch nicht mehr zugehörig.
Diese Menschen ziehen sich zurück oder mutieren zu sogenannten Dummdoms oder Dummsubs, weil sie unbedingt dazu gehören wollen.
Was ist jetzt richtig und was ist falsch? Wer kann das festlegen?
Ich möchte mich über niemanden erheben und sagen es ist falsch was du tust, solange niemand zu schaden kommt. Doch möchte ich nochmal ganz eindringlich darauf hinweisen, informiert euch sehr genau und werft keine Begriffe durcheinander oder Definitionen, die schon sehr lange bestehen.
Es ist nunmal so, dass man sich in eine Schublade katigorisieren muss, doch es gibt so viele Facetten dieser Schubladen, dass man bestimmt das richtige findet.
Eure Paddy

Foto: BGselfs

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